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Die Geschichte der Enzymtherapie

(Die Geschichte auf einen Blick, 1,9MB)

An dieser Stelle möchte die MEF gerne einen Überblick über die 200 Jahre Entdeckungen und Forschung in der Enzymtherapie geben, die wir gebraucht haben, um uns auf dem gegenwärtigen wissenschaftlichen Stand zu befinden.

Schon in der Frühzeit wurden Enzyme unbewusst genutzt, wie z. B. bei der Wein- oder Bierherstellung – heute setzen wir Enzyme hingegen sehr bewusst und gezielt ein. Leider geriet die Enzymtherapie zwischendurch in der Geschichte in Vergessenheit und brauchte deshalb, als sie wiederentdeckt wurde, lange um akzeptiert zu werden. Doch was wirkt setzt sich durch und dafür braucht es idealistische Menschen, die ihr Leben einer Überzeugung widmen. Auf diese Idealisten soll in diesem Artikel auch eingegangen werden, dazu gehören Prof. Max Wolf, Karl Ransberger und Dr. med. Hellmut Münch.

Bild2Enzyme in der Frühzeit

Schon die Naturvölker in Afrika, Asien, Australien und Amerika benutzten den Saft des Feigenbaumes, das Fleisch der Papayafrucht oder die frische Ananas für Wundauflagen, um offene Geschwüre oder Verletzungen besser und schneller heilen zu lassen. Selbst in der Bibel, im 2. Buch der Könige, wird von der Heilung des krebskranken König Hiskia durch ein Feigenpflaster berichtet.

 

ChemieEnzyme im Altertum

Die Menschen im Altertum (Ägypter, Griechen, Araber) glaubten an eine geheimnisvolle Kraft, die jedweden Stoff in einen anderen verwandeln kann und die ersten Chymiker (chyme: griech. der Guss) begannen Stoffe zu vermischen, um ein Elixier herzustellen, das diese Verwandlung hervorbringt. (z.B. Milch zu Käse, Gerste zu Bier oder Teig zu Brot).

 

VogelErste wichtige Entdeckungen

Der Naturwissenschaftler Réaumur (1683 – 1757) bewies, unter Mithilfe des Priesters Spallanzani, an einem Raubvogel, dass die Nahrung nicht, wie bisher gedacht, mechanisch im Magen zerkleinert wird, sondern durch eine Substanz im Magensaft zersetzt wird. Dem Raubvogel wurde eine durchlöcherte Metallkapsel mit Fleischinhalt gefüttert, als er diese wieder hervorwürgte, war sie leer. Im folgenden Versuch versetzte man die Metallkapsel mit einem Schwamm, um den Magensaft des Vogels zu gewinnen. Der Magensaft wurde auf Fleisch geträufelt und dieses zersetzte sich.

Der Wissenschaftler Schwann gab 1836 dem Stoff im Magensaft, der Eiweiß besonders stark spaltete und auflöste, den Namen „Pepsin". Berzelius (1837) machte die ersten theoretischen Überlegungen, dass dieser Stoff/Stoffe Biokatalysatoren sind

=> Stoffwechselbeschleuniger.

Erste Therapieversuche

Den tierischen Magensaft strich Senebier (1742 – 1809) auf schlecht heilende Wunden und offene Beingeschwüre seiner Patienten und hatte damit Erfolge => das wuchernde Gewebe wurde aufgelöst, der Heilvorgang konnte einsetzen.

Namensgebung

Louis Pasteur unterschied die Biokatalysatoren in innerhalb der Zelle wirkend (Fermente => Gärung) und außerhalb des Zelle wirkend. Willy Kühne gab den außerhalb der Zelle wirkenden Biokatalysatoren 1878 den Namen „Enzyme". 1897 wurde das Namensdurcheinander Fermente / Enzyme offiziell beendet und alle Biokatalysatoren werden seither als „Enzyme" bezeichnet.

Behandlung Krebskranker

Der schottische Arzt John Beard (um 1900) hatte durch das Applizieren von wässrigem Preßsaft aus dem frischen Pankreas von Ferkeln und Lämmern Erfolge bei der Behandlung von Krebskranken. Kollegen wiederholten dies mit vorbereiteten Pankreasextrakten und konnten keine Wirkung nachweisen. Die Therapie mit Enzymen geriet somit in Vergessenheit. Damals wusste man noch nicht, dass Enzyme, über längere Zeit aufbewahrt, ihre Aktivität verlieren.

Erst um 1930 wurde die Enzymtherapie durch die Wissenschaftler Freund und Kaminer in Wien wiederentdeckt. Sie beobachten, wie in vitro (im Reagenzglas) gehaltene Krebszellen aufgelöst werden, wenn ihrem Nährmedium das Serum gesunder Blutspender zugegeben wird. Das Serum Krebskranker ist dagegen onkozytolytisch inaktiv. Daraus ergibt sich die so genannte Freund – Kaminer Reaktion: Der beobachtete Vorgang ist auf einen Hemmstoff im Blut Krebskranker zurückzuführen, bzw. auf eine Substanz im Blut von Gesunden (Normalsubstanz), die den Hemmstoff auflöst.

Prof. WolfBiografie Prof. Max Wolf

Prof. Max Wolf war ein Universalgenie, 1885 in Wien geboren, studierte er zunächst nach seinem Schulabschluss Hoch- und Tiefbau, wurde Ingenieur und machte viele technische Erfindungen (Patent für technische Anlage zum automatischen Anhalten fehlgeleiteter Züge). Als ihm das zu langweilig wurde, entdeckte er sein Maltalent und wurde Hofmaler des Kaiser Franz Joseph von Österreich. Zur Zeit des Ausbruchs des 1. Weltkrieges befand er sich in New York und begann dort sein Medizinstudium. Schon bald war er Professor der Medizin an der Fordham University in New York und erwarb in seinem Leben insgesamt 7 verschiedene Doktorgrade. Er praktizierte zunächst als Gynäkologe und HNO-Arzt, schrieb das erste Lehrbuch über Endokrinologie und beschäftigte sich danach mit der angewandten Genetik. Um 1930 schränkte er sein breit gefächertes Interesse ein und konzentrierte sich nur noch auf die Enzymforschung, weil ihm die Schlüsselrolle und die enormen Möglichkeiten der Enzyme bewusst wurden. Er bekam Kontakt zu Freund und Kaminer in Wien und forschte nach Freunds Tod an der, von diesem entdeckten, Normalsubstanz weiter. Er stellte bald fest, dass die Hemmstoffe im Blut Krebskranker durch kleine Mengen von Chymotrypsin oder Plasmin beseitigt werden. Bald folgerte er richtig daraus, dass es sich bei der Normalsubstanz um Enzyme handelt, bestimmte proteolytische Enzyme (Hydrolasen) im Serum Gesunder sind an der selektiven Zerstörung maligner Zellen beteiligt. Auch andere Gesundheitsstörungen konnte er mit Hilfe von Hydrolasen behandeln. Um die richtige Art, Menge und Qualität von Hydrolasen bereitstellen zu können, gründete er, mit der Zellkulturtechnikerin Helen Benitez als Mitarbeiterin, das Biological Research Institute in New York. Nach aufwendigen Forschungsarbeiten konnte das geeignete Gemisch aus Hydrolasen gefunden werden, das so genannte Wolf-Benitez-Enzymgemisch => WOBE – Enzyme. Die Unschädlichkeit und die optimale Dosierung wurden in Tierversuchen nachgewiesen. Zu den Patienten, die Wolf mit Enzymen therapierte, gehörten Marilyn Monroe, Charly Chaplin, Marlene Dietrich, Pablo Picasso, die Kennedys und viele mehr. 1976 starb Professor Max Wolf mit 91 Jahren und übergab Karl Ransberger, der an seinem Sterbebett saß, sein wissenschaftliches Erbe.

Bild1Biografie von Karl Ransberger (1931 – 2001)

Ende der 50er Jahre lernte Professor Max Wolf Karl Ransberger (Biologe) kennen. Ransberger arbeitete zu diesem Zeitpunkt mit Professor Haubold (Arzt) in München intensiv an der Vitaminforschung und erforschte den Zusammenhang zwischen Vitamin-A-Mangel und bestimmten Krankheiten. Es ging darum, das Vitamin A so in den Organismus einzubringen, dass die Schädigung durch größere Mengen so gering wie möglich gehalten wurde. Die Probleme der sicheren Aufnahme des Vitamins einerseits und die Probleme der sicheren Aufnahme der Enzyme in den Organismus andererseits ergänzten sich ideal. Ransberger erkannte das Ausmaß dieses faszinierenden Gebietes und beschloss als knapp 30jähriger, sich von nun an nur noch den Enzymen und den Vitamin – Emulsionen zu widmen.

Zunächst arbeitete Ransberger im Biological Research Institute mit, dann gründete er zusammen mit Wolf in München die bis heute bestehende und tätige Medizinische Enzymforschungsgesellschaft „MEF", um dort viele weitere Forschungsvorhaben durchzuführen.

Mit dem wissenschaftlichen Erbe von Prof. Max Wolf übernahm Ransberger eine gewaltige Last. Er musste die umständlich und dementsprechend teuer herzustellenden Medikamente in ständig steigender Qualität und Quantität für die Allgemeinheit auf den Markt bringen.

Außerdem musste die skeptische Fachwelt davon überzeugt werden, dass die Enzyme sicher in der Anwendung sind, keine Nebenwirkungen besitzen, mit anderen Medikamenten verträglich sind und die behaupteten gesundheitsfördernden Wirkungen auslösen. Mit der Gründung der Mucos Pharma in Geretsried und der Entwicklung von Phlogenzym setzte Karl Ransberger weitere Meilensteine. Im Alter von 70 Jahren starb Karl Ransberger und übertrug Dr. Hellmut Münch sein wissenschaftliches Erbe.

Hellmut-2Gegenwart und Zukunft – Dr. med. Hellmut Münch

Dr. Hellmut Münch, geboren 1965 in München, nahm nach dem Tod seines Vaters zunächst das Studium der Biologie auf und wechselte dann zur Medizin, da er dort mehr Möglichkeiten sah, Menschen zu helfen. Unterstützt wurde er hierbei von einem Freund seines verstorbenen Vaters, Karl Ransberger. Dieser ermöglichte ihm, durch Vorträge über Enzyme und Enzymtherapie für die Mucos Pharma, sein Studium zu finanzieren. Er fand Gefallen an dem jungen Medizinstudenten und beschloss ihn weiter zu fördern und in die Forschung einzubinden. So war Dr. Hellmut Münch schon aktiv bei der Entwicklung des Phlogenzym dabei und in der Planung des Wobenzym Phyto eingebunden. Leider kam das Wobenzym Phyto nicht mehr auf den Markt, da Karl Ransberger 2001 verstarb. Vor seinem Tod, an seinem 70. Geburtstag, übertrug Karl Ransberger Dr. Hellmut Münch die Leitung der MEF e.V. und damit die Aufgabe, die Wissenschaft um Enzyme voranzutreiben. 2005 entwickelte die Enzymforschungsgesellschaft unter Leitung von Dr. Hellmut Münch das Innovazym auf der Basis des 2000 geplanten Wobenzym Phyto. Ein Enzympräparat gepaart mit Mineralstoffen, Vitaminen, Ω-3-Fettsäuren und Bioflavonoiden. Weitere Präparate werden entwickelt. Als Vision für die Zukunft schweben Dr. Hellmut Münch gentechnisch produzierte Designerenzyme vor, die individuell speziell für das Leiden des jeweiligen Patienten hergestellt werden können und dadurch die Heilungschancen vergrößern. Auch in Zukunft wird die MEF e.V. beratend für die Entwicklung von neuen hochwertigen Enzympräparaten stehen.

 

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