Zusätzliche Informationen

Enzyme

Tab.1: Internationale Einteilung der Enzymklassen

1. Oxidoreduktasen

Übertragen Donatoren auf Akzeptoren

2. Transferasen

Übertragen Molekülgruppen von Donatoren auf Akzeptoren

3. Hydrolasen

Spalten zusammengesetzte Verbindungen unter Einlagerung von Wasser

4. Lyasen

Katalysieren den nicht hydrologischen Zerfall von Substraten in 2 Fragmente

5. Isomerasen

Katalysieren intramolekulare Umlagerungen

6. Ligasen

Katalysieren unter Verwendung energiereicher Cosubstrate Energieverbrauchende endotherme Synthesereaktionen

Als das Leben auf unserem Planeten begann, galt es, eines der größten Probleme zu lösen, nämlich auch bei niedrigen Temperaturen von ein- und mehrzelligen Lebewesen (ca. 35°C) einen schnellen Stoffwechsel zu gewährleisten.

Das war die evolutionäre Geburtsstunde der Enzyme, Biokatalysatoren des Lebens, die biologische Reaktionen beschleunigen und damit Leben überhaupt erst ermöglichen. Derzeit kennen wir im menschlichen Körper ca. 5.000 verschiedene Enzyme, die nach EC-Norm in 6 Klassen eingeteilt werden (Tab.1).

Für Prävention und Therapie von Erkrankungen wie Rheuma, Krebs, Diabetes rückte insbesondere die Gruppe der Hydrolasen in das Sichtfeld moderner Forscher.

Dem Arzt Prof. Wolf und dem Biologen Dr. Karl Ransberger fielen Anfang der 50er-Jahre die Proteasen auf, Enzyme, die unter Hydrolyse Eiweißverbindungen spalten.

Gab man diese Proteasen, wie Bromelain aus der Ananas, Papain aus der Papaya oder auch Trypsin/Chymotrypsin aus dem Pankreas in die Blutbahn von Tieren, die vorher Verletzungen mit Entzündungsreaktionen hatten, so heilten diese signifikant schneller aus [1].

Ransberger war es dann auch, der Anfang der 60er-Jahre in Deutschland die Medizinische Enzymforschungsgesellschaft (MEF e.V.) gründete und die Stoffgruppe der Proteasen wissenschaftlich auf ihr pharmakokinetisches und pharmakodynamisches Verhalten untersuchte.

Die Forschungen bildeten die Grundlage für die Etablierung einer gänzlich neuen Therapieform, die heute jährlich von über 2 Millionen Patienten alleine in Deutschland genutzt wird.

Wichtige Enzyme:

BromelainBromelain

Bromelain ist ein pflanzliches Enzym und wird aus dem Strunk der Ananas gewonnen. Es wirkt entzündungshemmend und wird in Kombination mit Papain und Lysozym bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie z.B. aus dem rheumatischen Formen Kreis, Athrose oder Athritis eingesetzt. Desweiteren besitzt Bromelain eine abschwellende Wirkung. Zudem kann es bei der Rückbildung von Ödemen helfen.

 

PapainPapain

Papain ist ein pflanzliches Enzym und wird aus dem Milchsaft (Latex) unreifer Früchte des tropischen Melonenbaumes Carica papaya Linné gewonnen. Wie auch das Bromelain wird es in Kombination mit anderen Proteasen zur Unterstützung der Heilung von Verletzungen sowie chronisch und akuten Entzündungen eingesetzt.

 

LysozymLysozym

Lysozym wird aus dem Hühnereiklar (oder GVO) mittels Extraktion aufbereitet. Es kommt im menschlichen Körper u.a. im Speichel und in der Tränenflüssigkeit vor und erfüllt eine wichtige Funktion bei der Immunabwehr von Bakterien.

Es gibt zahlreiche Studien, welche die Wirkungsmechanismen von Enzymen belegen. Weitere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte unserem Bereich Studien und Veröffentlichungen.

Literatur

[1] Wolf, Ransberger: Enzym Therapie. 1972.

[2] Seifert: Resorption von Makromolekülen aus dem
     Magen-Darmtrakt. Handbuch Innere Medizin.

[3] Zech R, Domagk G: Enzyme-Biochemie.
     VCH Verlagsgesellschaft; 1986.

[4] Zollner: Innere Medizin. Springer Verlag; 1991.

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